Beiträge für Rentner

Wann sind Sie pflichtversichert?

Voraussetzung für die Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ist, dass Sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags bei einer gesetzlichen Krankenversicherung mindestens 90 % der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens in einer gesetzlichen Krankenkasse, z.B. unserer BKK, als Mitglied oder Familienangehöriger, versichert waren (Vorversicherungszeit).

Wenn Sie zum Beispiel 40 Jahre gearbeitet haben und von den letzten 20 Jahren mindestens 18 Jahre Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung waren, ist die Vorversicherungszeit für die Krankenversicherung der Rentner erfüllt. Waren Sie als Familienangehöriger mitversichert, werden diese Zeiten ebenfalls angerechnet. Ob Sie die Voraussetzungen für die KVdR erfüllt haben, prüfen wir für Sie, sobald wir von Ihrem Rentenantrag erfahren.

Die Höhe des Beitrags richtet sich zum einen nach dem allgemeinen Beitragssatz der Krankenversicherung von 14,6 %, zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitrags von 1,1%, zum anderen nach dem Zahlbetrag Ihrer Rente, von dem die Beträge erhoben werden. An den Beiträgen zur Krankenversicherung beteiligt sich der Rentenversicherungsträger mit 7,3 %. Ihre Beitragsanteile werden vom Rentenversicherungsträger einbehalten und an uns weitergeleitet.

Rentenhöhe (Brutto) 1.000,00 €
Beitragssatz in der Krankenversicherung 15,7 % inkl. 1,1 % Zusatzbeitrag
Ihr Eigenanteil zur Krankenversicherung (8,4 %) 84,00 €
Beitragsanteil des Rentenversicherungsträgers (7,3%) 73,00 €
Gesamtbeitrag zur Krankenversicherung 157,00 €
   

Bei Versorgungsbezügen handelt es sich um mit der Rente vergleichbare Einnahmen, die Sie wegen einer Einschränkung der Erwerbsfähigkeit oder zur Alters- und Hinterbliebenenversorgung erhalten. Auch von Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen, die neben einer Rente gezahlt werden, müssen Beiträge nach dem allgemeinen Krankenversicherungsbeitragssatz entrichtet werden.

  • Renten der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrenten, vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer abgeschlossene Lebensversicherungen etc.)
  • Renten der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst
  • Versorgungsbezüge aus einem öffentlich-rechtlichen Dienst- oder Arbeitsverhältnis mit Anspruch auf Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften (z.B. Pension)
  • Renten der Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen für besondere Berufsgruppen, wie zum Beispiel Ärzte
  • Kapitalleistungen aus Direktversicherungen
  • Renten aus der Alterssicherung der Landwirte

Eine Beitragszahlung entfällt, wenn Ihre Versorgungsbezüge und Ihr Arbeitseinkommen insgesamt eine Grenze von monatlich 148,75 € im Jahre 2017 nicht übersteigen.

Wann bin ich freiwillig versichert?
Wenn Sie die erwähnten Voraussetzungen nicht erfüllen, brauchen Sie auf unsere umfassenden Leistungen nicht zu verzichten, dann sind Sie bei uns als Rentner/in als freiwillig versichert.

Beiträge bei freiwilliger Versicherung
Bei freiwillig versicherten Rentnern richtet sich der Beitrag nach der gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Für die Höhe Ihrer Beiträge werden all Ihre Einkünfte berücksichtigt; dazu gehören neben der Rente, Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen außerdem z.B. Mieten, Pachten, private Lebensversicherungen, Kapitalerträge. Der Beitrag aus Ihrer Brutto-Rente und ggf. Versorgungsbezügen wird wie bei den pflichtversicherten Rentnern aus dem allgemeinen Krankenversicherungsbeitragssatz ermittelt, für Ihre sonstigen Einnahmen (z. B. Mieteinnahmen) entrichten Sie Beiträge nach dem ermäßigten Krankenversicherungsbeitragssatz.

Den Beitrag zahlen Sie selbst an uns. Der Rentenversicherungsträger gewährt Ihnen auf Antrag einen Zuschuss zur Krankenversicherung. Dieser Zuschuss wird zusammen mit der Rente an Sie ausgezahlt und beträgt 7,3 % Ihrer Bruttorente. Die Rentenversicherung überweist den Beitragszuschuss auch dann in voller Höhe, wenn Sie noch arbeiten und dabei freiwillig versichert sind. Der Zuschuss muss in diesem Fall aber - neben dem "normalen" Beitrag - an die Krankenkasse weitergegeben werden.

Wann bin ich als Rentenantragsteller versichert?
Besteht keine anderweitige, vorrangige Versicherung und sind die Voraussetzungen für die Krankenversicherung der Rentner erfüllt, beginnt die Mitgliedschaft frühestens mit dem Tag, an dem Sie den Rentenantrag stellen. Waren Sie bei Rentenantragstellung familienversichert, wird die Versicherung als Rentenantragstellerversicherung fortgeführt.

Muss ich als Rentenantragsteller Beiträge zahlen?
Grundsätzlich sind vom Tag der Rentenantragstellung bis zur Bewilligung der Rente von Ihnen Beiträge zu zahlen.

Sie brauchen allerdings keine Beiträge zu zahlen, wenn Sie Witwen- oder Waisenrente (vor 18 Jahren) beantragt haben und der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes die Voraussetzungen für die KVdR erfüllt hatte, oder wenn für Sie ohne die Versicherungspflicht als Rentenantragsteller eine Familienversicherung bestehen würde.

Wie hoch sind meine Beiträge?
Für Rentenantragsteller richtet sich die Beitragsbemessung wie bei freiwillig versicherten Mitgliedern nach ihrer gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das gleiche gilt für Sie, wenn bei Ihnen die Rentenzahlung eingestellt wird, bis zum Ablauf des Monats, in dem die Entscheidung über den Wegfall oder Entzug der Rente unanfechtbar geworden ist.