Versorgungsbezüge

Wenn Sie Versorgungsbezüge erhalten, stellen sich verschiedene Fragen, z. B. wie sich die Zahlung auf Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung auswirkt. Wir haben die Antworten.

Versorgungsbezüge sind mit der Rente vergleichbare Einnahmen, die im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis stehen. Man spricht daher auch von betrieblicher Altersversorgung. Der bekannteste Versorgungsbezug ist die monatlich gezahlte Betriebsrente.

Für Versorgungsbezüge sind grundsätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen. Dabei gilt für die Krankenversicherung der allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung.

  • Renten der betrieblichen Altersversorgung,
  • Renten der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst,
  • Versorgungsbezüge aus einem öffentlich-rechtlichen Dienst- oder Arbeitsverhältnis mit Anspruch auf Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften (z. B. Pension),
  • Renten der Versicherungs- und Versorgungseinrichtung für besondere Berufsgruppen, wie zum Beispiel Ärzte, Tierärzte, Architekten, etc.,
  • Renten aus der Alterssicherung der Landwirte,
  • Kapitalleistungen aus Direktversicherungen.

Als kapitalisierter Versorgungsbezüge werden die Leistungen bezeichnet, die nicht als monatlich laufende Zahlung erfolgt. In der erfolgt die Auszahlung als Einmalzahlung oder in mehreren Jahresraten. Dazu gehören insbesondere Direktversicherungen.

Die kapitalisierten Versorgungsbezüge werden für 10 Jahre bei der Berechnung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge berücksichtigt. Monatlich wird der 120. Teil des Gesamtauszahlungskapitals für die Berechnung der Beiträge herangezogen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Auszahlung in einer Einmalzahlung oder in Raten erfolgte.

Erfolgt die Auszahlung in Jahresraten, so ist das angesparte Gesamtkapital zum Beginn des Versorgungsfalles zu verbeitragen, also ohne entsprechende Verzinsung.

Das Gesamtkapital einer Direktversicherung wird am 15.01.2020 in Höhe von 60.000,00 € ausgezahlt.

60.000,00 € : 120 Monate = 500,00 € monatliche Grundlage zur Berechnung der Beiträge

In diesem Beispiel sind für 10 Jahre (vom 01.02.2020 bis 31.01.2030) aus dem Bemessungsentgelt in Höhe von 500,00 € grundsätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen.

Übersteigt Ihr (umgerechneter) Versorgungsbezug oder übersteigen mehrere Versorgungsbezüge zusammen die monatliche Geringfügigkeitsgrenze von 159,25 € (2020) nicht, so sind aus dem Versorgungsbezug / den Versorgungsbezügen keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen. Wird diese Grenze jedoch erreicht, was auch durch mehrere kleine Versorgungsbezüge gegeben sein kann, sind alle Versorgungsbezüge beitragspflichtig.

Die Freigrenze gilt nicht für freiwillige Mitglieder der Kranken- und Pflegeversicherung.

Zum 01.01.2020 hat der Gesetzgeber einen neuen Freibetrag in der Krankenversicherung eingeführt. Der Freibetrag Ihrer betrieblichen Altersversorgung beträgt monatlich 159,25 €.

Der Freibetrag gilt nicht in der gesetzlichen Pflegeversicherung und nicht für freiwillige Mitglieder. Ebenso gilt der Freibetrag nicht für Versorgungsbezüge aus öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen oder aus berufsständigen Versorgungseinrichtungen.

Die praktische Umsetzung des Freibetrages wird erst im 2. Halbjahr 2020 erfolgen. Sie erhalten dann umgehend von uns oder Ihrer Zahlstelle eine Beitragserstattung.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite des GKV-Spitzenverbandes.

Informationsblätter zum Herunterladen
60+
Beitragsrechtliche Beurteilung der 60+ Leistung. Bei der 60+ Leistung handelt es sich um eine Einmalzahlung, die der Versicherte zur Überbrückung vom Ausscheiden aus dem Unternehmen bis zum Eintritt der gesetzlichen Rente erhält. Die 60+ Leistung wird als Versorgungsbezug berücksichtigt.
Informationsblatt über Versorgungsbezüge
Was sind Versorgungsbezüge? Wann sind sie beitragspflichtig? Welcher Beitragssatz ist maßgebend?