FAQ´s Steuererklärung

Seit dem 01.01.2010 sind Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung voll steuerlich absetzbar. So sieht es das Bürgerentlastungsgesetz vom 16. Juli 2009 vor.

Arbeitnehmer und Rentner brauchen nichts zu tun, um gegebenenfalls den Steuervorteil für sich nutzen zu können. Die dafür erforderlichen Daten werden den Finanzämtern entweder mit der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung oder der Rentenbezugsmitteilung übermittelt.

Nur wer seine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung selbst zahlt, muss aktiv werden, damit wir die Daten an das Finanzamt geben können: Für das maschinelle Bescheinigungsverfahren ist es erforderlich, uns Ihre steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.) zu nennen. Betroffen sind u.a. freiwillig Versicherte wie z. B. Selbstständige, Studenten, Rentenantragsteller oder Bezieher von Versorgungsbezügen.  

Wir übermitteln die von den Versicherten selbst gezahlten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf maschinellem Wege an die Finanzämter. Ist die Datenübermittlung an das Finanzamt erfolgt, erhält der Versicherte von uns eine Bescheinigung mit den entsprechenden Angaben. 

Bei der Übermittlung der Beträge werden immer die im abgelaufenen Kalenderjahr tatsächlich gezahlten und erstatteten Beträge an die Finanzämter gemeldet.

Prämien und Bonuszahlungen, die für Wahltarife und Gesundheitsförderung (z. B. für 100 PRO, AKTIV, Beitragsrückerstattungen) sowie für Beitragserstattungen der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ausgezahlt wurden, müssen ebenfalls an die Finanzämter gemeldet werden, da diese Zahlungen die tatsächlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mindern.

Beispiel: Erhält ein Mitglied im Jahr 2018 eine Beitragserstattung für das Jahr 2017, so müssen wir diese Beitragserstattung für die Einkommensteuer 2018 an das Finanzamt melden.  

Wenn Sie keine Einkommensteuererklärung mehr abgeben, können Sie dieses Schreiben einfach zu Ihren Akten nehmen oder es vernichten.

Diese Beträge werden beim Finanzamt gespeichert. Wenn Sie keine Einkommensteuererklärung mehr machen, passiert mit diesen Daten weiter nichts. 

Als Arbeitnehmer / Rentner haben Sie nicht die Möglichkeit, der Einwilligung zur Datenübermittlung an das Finanzamt zu widersprechen. Die Einwilligung gilt als gegeben. Dieses betrifft sowohl die durch den Arbeitgeber oder Rentenversicherungsträger gezahlten als auch die erstatteten Beträge (z. B. für Beitragsrückerstattung, 100 PRO AKTIV).

- Da die Beiträge aus Ihrer Beschäftigung von Ihrem Arbeitgeber berechnet und an uns abgeführt werden, ist auch der Arbeitgeber zur Meldung der Beiträge verpflichtet. Die Beiträge sind auf Ihrer jährlichen Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen.

 - Da die Beiträge aus Ihrer laufenden Betriebsrente von Ihrer Zahlstelle berechnet und an uns abgeführt werden, ist auch die Zahlstelle dazu verpflichtet, die Höhe der Beiträge an das Finanzamt zu melden und Ihnen darüber eine Jahresbescheinigung auszustellen.

 - Bei der gesetzlichen Rente berechnet die Deutsche Rentenversicherung die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Daher werden auch durch die Deutsche Rentenversicherung die Beiträge an die Finanzämter übermittelt. Sie müssten eine Bescheinigung von der Deutschen Rentenversicherung erhalten haben.

Da die Beiträge nach dem Zu- und Abflussprinzip gemeldet und bescheinigt werden müssen, haben wir die Beiträge von den Sollmonaten Dezember 2017 bis November 2018 bescheinigt. Die Beiträge für den Dezember 2017 waren zum 15.01.2018 fällig. Haben Sie im Jahr 2018 Beiträge (100 PRO AKTIV, eine Beitragsrückerstattung) erstattet bekommen? Wenn ja, mindern sich Ihre geleisteten Beiträge.

Leider ist/sind in der Beitragsbescheinigung der 100 PRO AKTIV-Bonus und/oder die Beitragsrückerstattung (BeiRück) als Beitragserstattung ausgewiesen. Bitte dem Versicherten erklären, dass diese Beitragserstattungen mit unseren Bonusmodellen / Wahltarifen zusammenhängen.

Wenn Ihr Sohn / Ihre Tochter eine eigene Mitgliedschaft hat, müssen die gezahlten Beiträge auch unter der Steuer-ID Ihres Sohnes / Ihrer Tochter an das Finanzamt gemeldet werden. Sie müssen in Ihrer Einkommensteuererklärung die Steuer-ID Ihres Kindes angeben, dann werden bei Ihnen die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge berücksichtigt. 

Sie müssen die Steuer-ID Ihres Kindes in Ihrer Einkommensteuererklärung eintragen. Der Vordruck der Finanzämter enthält dafür ein eigenes Feld. Bei weiteren Fragen zum Ausfüllen der Einkommensteuererklärung wenden Sie sich bitte an Ihr Finanzamt oder an Ihren Steuerberater.

Beitragsvorauszahlungen dürfen bis zum 2,5-fachen des fälligen Beitrags im Steuerjahr berücksichtigt werden. Ob und wie sich eine Vorauszahlung für Sie steuerrechtlich auswirkt, können wir nicht beurteilen. Bitte wenden Sie sich an das Finanzamt oder einen Steuerberater.

Die durch den Arbeitgeber gemeldeten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und die von uns erstatteten Prämien und Bonuszahlungen müssen zwar an die Finanzämter gemeldet werden, haben für Sie aber keine steuerlichen Auswirkungen, sofern dem Finanzamt eine entsprechende Bescheinigung für die steuerliche Veranlagung im Ausland vorliegt.

Da Steuerbescheinigungen nur für eigene Mitgliedschaften ausgestellt werden können / dürfen, werden die Erstattungsbeträge für Ihre Familienangehörigen über Sie an die Finanzämter gemeldet.

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil vom 01.06.2016 entschieden, dass Bonuszahlungen gem. § 65a SGB V unter bestimmten Voraussetzungen nicht mit den als Sonderausgaben abziehbaren Krankenversicherungsbeiträgen zu verrechnen sind.
Unser „100 PRO AKTIV-Bonus“ ist jedoch nach abschließender Klärung als erstatteter Beitrag zu melden.

Wir hatten im Hinblick auf das Urteil des Bundesfinanzhofs eine Meldung unterlassen. Allerdings hat das Bundesfinanzministerium dieses Urteil rechtlich weiter bewertet. Unsere Bonuszahlung stellt demnach eine Beitragserstattung dar und ist von uns an die Finanzbehörden zu melden.

Wir können Ihnen nicht sagen, wie sich die Nachmeldung auf Ihre Steuererklärung auswirkt. Bitte wenden Sie sich für weitere Auskünfte direkt an ihr Finanzamt.