Darmkrebs

Er wächst langsam und wird in den meisten Fällen spät entdeckt

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in den westlichen Industrieländern. Da er sehr langsam wächst, ohne Symptome zu verursachen, wird er in der Mehrzahl der Fälle erst spät entdeckt. In Deutschland erkranken jährlich rund 58.000 Menschen neu an Darmkrebs (Robert-Koch-Institut, 2016).

In der Regel entsteht Darmkrebs aus vorerst gutartigen Darmpolypen. Fachleute machen dafür vor allem Ernährungs- und Lebensgewohnheiten verantwortlich: Eine kalorienreiche Ernährung mit einem geringen Anteil an pflanzlichen Produkten (wie Obst, Gemüse und Getreide), Bewegungsmangel und Übergewicht sowie eine unzureichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen erhöhen das Darmkrebsrisiko. Rauchen und Alkohol gehören ebenfalls zu den anerkannten Risikofaktoren, die Sie selbst beeinflussen können.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen das Alter (ab 50 Jahre) und eine familiäre Vorbelastung. Ob die Erbanlagen bzw. der gemeinsame Lebensstil einer Familie oder eine Mischung aus beidem sich auf das Erkrankungsrisiko auswirken, lässt sich zurzeit noch nicht eindeutig beantworten.

Eine wichtige Aufgabe der Vorsorge ist es, die Darmpolypen rechtzeitig zu entdecken und zu entfernen, bevor sie sich zu einem Darmkrebs entwickeln können. Darmpolypen verursachen zunächst keine Beschwerden und können nur mit Hilfe der Darmkrebsvorsorge aufgespürt werden.

Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm sieht für Männer und Frauen ab 50 Jahren eine jährliche  Darmkrebsvorsorgeuntersuchung vor. Angehörige von Darmkrebspatienten können sich beraten lassen, ob eine Früherkennungsuntersuchung schon vor 50 Jahren durchgeführt werden sollte.

Tastuntersuchung (ab 50 Jahre)

Der Haus- oder Facharzt nimmt dabei eine Tastuntersuchung des Enddarms vor.

Stuhluntersuchung (bis 55 Jahre)

Zusätzlich zu der Tastuntersuchung wird bis zu einem Alter von 55 Jahren der Stuhl auf verborgenes Blut getestet (Okkultbluttest). Darmpolypen und Tumore sondern oft Blut ab. Dieses Blut ist mit dem bloßen Auge meist nicht zu erkennen. Mit einem einfachen Okkultbluttest können unsichtbare Blutspuren im Stuhl erkannt werden.

Darmspiegelung (Frauen ab 55 Jahren und Männer ab 50 Jahren)

Männer haben mit 50 Jahren und Frauen mit 55 Jahren erstmals Anspruch auf eine Darmspiegelung (Koloskopie).

Für Männer und Frauen gilt: Nach mindestens zehn Jahren besteht Anspruch auf eine zweite Darmspiegelung. Nimmt man das Angebot erst ab 65 Jahren wahr, hat man nur Anspruch auf eine Untersuchung.

Die Darmspiegelung ist eine sehr effektive und treffsichere Methode zur Darmkrebsfrüherkennung. Im Gegensatz zu der Stuhluntersuchung können hier auch kleinste Veränderungen in der Darmschleimhaut sicher erkannt werden.

Wenn Sie keine Darmspiegelung durchführen lassen, können Sie den Test auf verborgenes Blut im Stuhl auch ab 55 Jahren im Zweijahresrhythmus machen lassen.