So kriegen Zecken keinen Stich!

Je wärmer es draußen ist, desto mehr fühlen sich Zecken in ihrem Element. Am liebsten tummeln sie sich in der freien Natur - nicht direkt am Boden, sondern etwa in Hüfthöhe. Dort warten sie auf Menschen oder Tiere, die sie erfolgreich "befallen" können.

Die kleinen Plagegeister halten sich am liebsten im Unterholz, auf Zweigen und Gräsern in etwa 1,40 Meter Höhe auf. Dort warten sie auf einen „Wirt", der sie im Vorbeigehen mitnimmt. Dass Zecken auf Bäumen sitzen und sich von dort auf Menschen (und Tiere) fallen lassen, stimmt nicht.

Bevorzugte Einstichstellen sind warme, gut durchblutete Körperpartien am Kopf, in der Achselhöhle, in der Leistengegend oder zwischen den Zehen. Zeckenbisse können gefährliche Infektionen wie Borreliose und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) auslösen, die meisten sind jedoch harmlos. Wer einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann sich schützen.

Wissenswertes über Zecken

Einige Zecken tragen Borrelien in sich, Bakterien, die für die Borreliose verantwortlich sind. Jährlich erkranken rund 50.000 Menschen in Deutschland an dieser gefährlichen Krankheit, die Nervensystem, Gelenke und Gewebe schädigt. Gegen Borreliose gibt es keine Vorbeugung, hier helfen schnelles Handeln und die Behandlung mit Antibiotika. Die Symptome sind Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen. Als Hinweis gilt in vielen Fällen eine Rötung an der Einstichstelle, die Tage oder Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten kann.

Die so genannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist trotz ihres Namens nicht auf diese Jahreszeit beschränkt. Bei einer Infektion mit dem FSME-Virus treten etwa 14 Tage nach dem Stich grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber auf. Bei einem Drittel der Erkrankten kommt es nach kurzer Zeit zu einem zweiten Krankheitsschub mit hohem Fieber, Nackensteifheit, Erbrechen, Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks.

Ein Schild im Wald, auf dem "Achtung Zecken" steht

Die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts) empfiehlt eine FSME-Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind, also für Einwohner bzw. beruflich Tätige, aber auch für Besucher, die sich hauptsächlich in freier Natur aufhalten wollen. Risikogebiete sind hauptsächlich Bayern und Baden-Württemberg, Südhessen, südöstliches Thüringen und Sachsen. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen.

Wie das Epidemiologische Bulletin 9/2022 ausführt, kommen nun sechs neue Risikogebiete hinzu, von denen vier an bekannte Risikogebiete grenzen. Erstmalig in Brandenburg werden drei Kreise Risikogebiet (LK Oberspreewald-Lausitz, LK Oder-Spree und LK Spree-Neiße), erstmalig in Nordrhein-Westfalen wird der SK Solingen Risikogebiet und in Sachsen kommen zwei Kreise hinzu (SK Chemnitz und LK Görlitz). Somit sind aktuell 175 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert.

Quelle: www.rki.de STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts)

Während es keinen Impfstoff gegen die Borreliose gibt, kann man sich vor FSME durch eine Impfung schützen.

Die Kosten übernehmen natürlich wir.

Wenn möglich Gebüsch, Unterholz und hohe Gräser meiden. Helle, geschlossene Kleidung (lange Hosen), feste Schuhe tragen. Socken/Strümpfe über die Hosenbeine ziehen. Nach dem Spaziergang Kleidung und Körper nach Zecken absuchen. Sie sollten innerhalb von zwölf Stunden entfernt werden, da das Infektionsrisiko mit der Saugdauer steigt.