Allergie

Allergien sind weit verbreitet, fast jeder Dritte in Deutschland ist betroffen


Und es werden immer mehr Menschen, die an einer Überreaktion ihres Immunsystems leiden. Denn nichts anderes ist eine Allergie: Der Körper wehrt sich gegen einen vermeintlichen Eindringling aus der Umgebung und reagiert völlig über: Jucken, Niesen, tränende Augen, eine laufende Nase, Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall sind die Symptome. Dabei ist der Stoff, den das Immunsystem derart heftig bekämpft, absolut harmlos.


"Ich habe jährlich ab Ende Dezember Pollengitter (Stoff) an den Fenstern, um ein Eindringen zu verhindern. So kann man dann selbst bei geöffnetem Fenster schlafen und muss in den warmen Monaten nicht bei geschlossenen Fenstern in der Hitze im eigenen Saft garen."

Ein ganz spezieller Tipp einer Versicherten aus erster Hand.

Die meisten Allergene (Stoffe, die die Allergie auslösen) sind Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, z.B. von Blütenpollen, Milben und Schimmelpilzen. Grundsätzlich kann aber jeder Stoff in unserer Umwelt eine allergische Reaktion auslösen, von etwa 20.000 Stoffen weiß man mit Sicherheit, dass sie eine Allergie hervorrufen können.

Als „Klassiker" gelten auch Haustiere, Modeschmuck, Bienengift, Nüsse, Milch oder Weizen. Die Vielzahl von Allergenen macht es im Einzelfall so schwierig, den oder die „Übeltäter" herauszufinden.

Bisher ist ungeklärt, warum das Immunsystem von Allergikern völlig ungefährliche Substanzen bekämpft. Beim Kontakt mit dem Allergen produziert der Körper Antikörper, das so genannte Immunglobulin E. Diese Antikörper heften sich an den vermeintlichen Eindringling und an bestimmte Abwehrzellen (Mastzellen), die in ihrem Inneren den Botenstoff Histamin bilden. Aktiviert von allergenbeladenen Antikörpern überfluten die Mastzellen das umliegende Gewebe mit Histamin, die oben beschriebenen Symptome wie Ausschlag, Juckreiz etc. sind die Folge. Bei einer leichten Allergie empfindet der Erkrankte das vielleicht lediglich als lästig. In schweren Fällen wie bei Asthma oder Neurodermitis muss er sein Leben umkrempeln.

Einfach und schwierig zugleich ist die wirkungsvollste Therapiemaßnahme, nämlich das Allergen zu meiden. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist es noch relativ leicht, auf einige wenige Lebensmittel zu verzichten. Handelt es sich allerdings um eine ganze Liste von Speisen und Getränken oder einzelnen Zutaten, gestaltet sich die Diät schon schwieriger. Ganz und gar unmöglich wird es, Allergenen aus dem Weg zu gehen, wenn sie durch die Luft schwirren wie Pollen oder Schimmelpilze. Menschen mit Heuschnupfen leiden darunter besonders.

Aktives und passives Rauchen während der Schwangerschaft und nach der Geburt fördern beim Kind die Allergie- und Asthmabereitschaft - ein guter Grund, das Rauchen aufzugeben. Babys, die gestillt werden, haben bessere Chancen, ohne Allergie durchs Leben zu kommen, als solche, die keine Muttermilch bekommen. Auch die seelische Verfassung spielt eine wichtige Rolle beim Ausbruch einer allergischen Erkrankung. Gönnen Sie sowohl Körper als auch Psyche ausreichend Entspannung, z.B. durch Yoga, autogenes Training, Sport oder Spazierengehen.

  • An Tagen mit hoher Pollenbelastung sollten sich Allergiker möglichst viel im Haus aufhalten.
  • Duschen vor dem Schlafengehen verhindert, dass Pollen, die sich in den Haaren festgesetzt haben, eingeatmet werden.
  • Schlafen Sie bei geschlossenem Fenster.
  • Verzichten Sie aufs Rauchen, denn Nikotin greift die Schleimhäute an.
  • Vermeiden Sie scharfe Putzmittel oder andere intensive Geruchsstoffe.
  • Lüften Sie, wenn der Pollenflug am geringsten ist: In der Stadt morgens zwischen 6 und 8 Uhr, auf dem Land abends zwischen 19 und 24 Uhr.

Pollenarme Luft findet sich auf Inseln, am Meer und in Hochgebirgslagen.