Zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit

Gesetzliche Pflege- und Familienpflegezeit

Für die Pflege können sich Arbeitnehmer von der Arbeit freistellen lassen.

Arbeitnehmer können sich bis zu zehn Arbeitstage von der Arbeit freistellen lassen, um in einer akuten Pflegesituation die Pflege eines nahen Angehörigen zu organisieren bzw. selbst sicherzustellen. Für diesen Zeitraum besteht ein Anspruch für entgangenes Arbeitsentgelt. Der Antrag ist unverzüglich bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen schriftlich und mit einem ärztlichen Attest zu beantragen. Der Anspruch besteht je pflegebedürftigen Angehörigen.

Arbeitnehmer in Betrieben mit mindestens 16 Beschäftigten haben zusätzlich Anspruch auf vollständige oder teilweise Freistellung von der Arbeit bis zu sechs Monaten, wenn sie einen nahen Angehörigen in der häuslichen Umgebung pflegen. Ebenfalls besteht ein Rechtsanspruch auf eine vollständige oder teilweise Freistellung von bis zu 3 Monaten für die Begleitung schwerstkranker naher Angehöriger in der letzten Lebensphase.

Ruht die Beschäftigung während der Pflegezeit ganz oder so weit, dass das Arbeitsentgelt nur noch zu einer geringfügigen Beschäftigung führt, erhalten die Versicherten ggf. von der Pflegekasse Beitragszuschüsse für eine freiwillige Weiterversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Für die Dauer der Freistellung gewährt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben auf Antrag ein in monatlichen Raten zu zahlendes zinslosen Darlehn.

Arbeitnehmer können längstens bis zu 24 Monate Ihre wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Bitte setzen Sie sich dazu mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung. Für die Dauer der Freistellung gewährt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben auf Antrag ein in monatlichen Raten zu zahlendes zinslosen Darlehen.

Als nahe Angehörige gelten Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Ehepartner, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Schwägerinnen und Schwäger, Kinder, Adoptiv-,  Enkel- und Pflegekinder, die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder.