Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen bei Frauen:

Vorsorgen ist besser als heilen

Vorsorgen ist besser als heilen - dieses Motto ist so simpel wie zutreffend. Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und entsprechend größer die Aussichten auf vollständige Heilung und den Erhalt der Lebensqualität.

Bei der Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs nimmt der Frauenarzt eine Spiegeluntersuchung des Muttermundes vor und macht einen Abstrich von der Oberfläche des Muttermundes sowie aus dem Gebärmutterhals. Diese Zellen werden dann im Labor auf eventuelle krebsbedingte Veränderungen untersucht. Außerdem wird die Krankengeschichte erhoben, wobei auch nach familiären Vorbelastungen, dem sozialen und beruflichen Umfeld gefragt wird. Eine gynäkologische Tastuntersuchung ist ebenfalls inbegriffen.

Auf diese Untersuchung haben Sie einmal im Jahr Anspruch.

Bei dieser Krebsfrüherkennungsmaßnahme untersucht der Gynäkologe Brust, Haut sowie regionale Lymphknoten und stellt Fragen nach Veränderungen der Haut und der Brust. Sie erhalten eine Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust. Auch diese Untersuchung sollten Sie jährlich nutzen.  

Die Selbstuntersuchung:

Jede Frau kann selbst was tun! Das regelmäßige Abtasten der eigenen Brust ist sehr wichtig, um kleinste Veränderungen des Brustgewebes frühzeitig zu erkennen. Am besten wird diese Selbstuntersuchung zwischen dem siebten und zehnten Tag nach Einsetzen der Regelblutung durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt ist das Brustgewebe abgeschwollen und lässt sich daher gut untersuchen. Sollten Sie dabei eine ungewöhnliche Veränderung (z.B. eine Verhärtung oder ein Knötchen) spüren, lassen Sie bei Ihrem (Frauen-)Arzt unbedingt eine Ultraschalluntersuchung oder eine Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) machen. Gehen Sie lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig. Die Untersuchung gibt Ihnen in den meisten Fällen ein besseres Gefühl. Denn meist handelt es sich bei solchen Veränderungen nur um harmlose Zysten. Nehmen Sie solche Gewebeveränderungen also ernst, machen Sie sich vorab aber nicht verrückt.

Bei der Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs nimmt ein Hautarzt oder ein spezialisierter Hausarzt eine Ganzkörperinspektion der gesamten Haut vor. Bei Verdacht auf Hautkrebs wird dieser immer von einem Hautarzt abgeklärt, gegebenenfalls durch eine Gewebeentnahme. 

Beim Check-up werden Blut- und Urinuntersuchungen zur Erkennung von Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankung, sowie Diabetes durchgeführt.

Beide Vorsorgeuntersuchungen sollten Sie alle zwei Jahre machen lassen.

Die Mammographie ist eine Röntgenreihenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Frauen im fraglichen Alter werden alle zwei Jahre per Brief in eine qualitätsgeprüfte Screening-Einheit eingeladen. Die Mammographie gilt als die effektivste Methode, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Hier finden Sie Informationen zum Mammographie-Screening-Programm. 

Bei der Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs nimmt ein Haus- oder Facharzt eine Tastuntersuchung des Enddarms vor. Zusätzlich wird bis zum Alter von 55 Jahren einmal im Jahr der Stuhl auf verborgenes Blut getestet. 

Ab 55 Jahren haben Sie Anspruch auf zwei Darmspiegelungen (Koloskopie). Die zweite Untersuchung kann frühestens zehn Jahre nach der ersten erfolgen. Wenn Sie keine Darmspiegelung vornehmen lassen, können Sie den Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre machen lassen.