ePA, eRezept, eAU

Digital macht alles einfach

Ein kleines „e“ macht den Unterschied. Mehr und mehr digitale Angebote halten Einzug in das Gesundheitswesen und verändern es entscheidend. Im Jahr 2021 sind dies vor allem drei Angebote: die elektronische Patientenakte (ePA), das elektronische Rezept (eRezept) und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Was können die neuen Angebote? Ab wann sind Sie nutzbar? Ein Überblick.

ePA
Die ePA gibt es bereits seit Anfang dieses Jahres. Alle gesetzlichen Krankenkassen müssen sie ihren Kunden anbieten. Nutzen können Sie die ePA mit einer App auf Ihrem Smartphone. Sie brauchen dafür eine eGK (Gesundheitskarte) mit PIN. Rechtzeitig mit Einführung der ePA haben wir unsere Versicherten damit ausgestattet. Bis Juli lief gewissermaßen eine Einführungsphase, in der erst wenige Ärzte, Krankenhäuser und andere Dienstleister die ePA mit Daten befüllen konnten. Doch seit 1.7. sind sie verpflichtet, eine ePA zu führen, wenn ihre Patienten dies wünschen – für sie ist die Nutzung freiwillig.

Der Gedanke hinter der ePA ist, künftig alle wichtigen Informationen rund um die medizinische Behandlung digital zu speichern. So können sich Ärzte, denen der Patient Zugriff auf die Akte gewährt, einen Überblick über Untersuchungen, Laborwerte, Therapien und Medikationen verschaffen. Das vermeidet etwa unnötige Mehrfachuntersuchungen, die oft teuer und belastend für den Patienten sind. Mit der ePA können Ärzte und Therapeuten ihre Behandlungsschritte gezielt aufeinander abstimmen – so verbessern sie die medizinische Versorgung der Patienten.

Wenn Sie die ePA nutzen möchten, brauchen Sie zusätzlich zur App aus dem Apple App Store oder Google Play Store Ihre PIN zur Gesundheitskarte, die Sie bei uns anfordern können. Damit wir Ihnen den Brief mit der PIN schicken können, legen Sie uns einfach in einem unserer Kundencenter Ihren Personalausweis vor. Zum Schutz Ihrer Daten ist dies wichtig, damit die PIN nicht in falsche Hände gerät. Oder Sie nutzen für die sichere Identifikation eines von drei Postident-Verfahren, die Ihnen ab Ende Oktober zur Verfügung stehen: in einer Postfiliale, per Videochat oder per Online-Ausweisfunktion (eID).

Mehr erfahren


eRezept
Das elektronische Rezept wird ab 2022 bundesweit das rosa Papierrezept ablösen. Beim Arzt erhalten Sie dann einen QR-Code für die jeweilige verschreibungspflichtige Verordnung, den Sie in der App „Das eRezept“ abspeichern. Auch die Einlösung erfolgt auf digitalem Weg: Sie zeigen entweder in der Apotheke den QR-Code auf Ihrem Smartphone vor. Oder – noch bequemer – Sie wählen eine Apotheke aus und gleichzeitig, wie Sie Ihre Medikamente erhalten wollen: Sie reservieren das verschriebene Mittel für sich und holen es anschließend selbst ab. Sie lassen sich das Medikament von einem Boten nach Hause bringen. Oder Sie beauftragen einen Versanddienstleister, der Ihnen die Arznei per Post schickt. Wer kein Smartphone nutzt, muss sich übrigens keine Sorgen machen: Sie können sich bei Ihrem Arzt den QR-Code auch ausdrucken lassen und damit wie bisher mit einem Papierrezept in die Apotheke gehen.

Seit Juli läuft bereits eine Testphase in Berlin und Brandenburg, in der das eRezept auf Herz und Nieren geprüft wird. Eventuelle Schwachstellen sollen beim bundesweiten Start zum 1. Januar 2022 behoben sein.

Wie für die ePA brauchen Sie auch für die Nutzung des eRezepts eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte (eGK) mit PIN. Die kostenlose eRezept-App erhalten Sie in den einschlägigen Stores.

Mehr erfahren


eAU
Auch bei der Krankmeldung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung = AU) soll zum 1. Oktober endlich das digitale Zeitalter beginnen, nachdem der Start bereits mehrfach verschoben wurde. Das bedeutet: Ihr Arzt übermittelt per gesicherter und verschlüsselter Datenübertragung die Krankmeldung an uns. Weil aber noch nicht alle Praxen mit der entsprechenden Technik ausgerüstet sind, können Ärzte übergangsweise bis Ende 2021 den gelben Schein weiterhin in Papierform ausstellen.

Die elektronische Übermittlung der AU erfolgt in Stufen: Auch bei digitaler Ausstellung ab 1. Oktober erhalten Sie die Ausfertigung für Ihren Arbeitgeber und für Ihre eigenen Unterlagen weiterhin in Papierform, Sie müssen Ihren Arbeitgeber also zunächst wie bisher selbst informieren und die dafür vorgesehenen Fristen einhalten.

Am 1. Januar 2022 soll eine Pilotphase starten, in der die Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitszeiten ihrer Beschäftigten elektronisch und verschlüsselt bei den Krankenkassen abrufen können. Sie müssen jedoch weiterhin Ihren Arbeitgeber fristgerecht selbst informieren. 
Ab 1. Juli 2022 soll dieses Verfahren überall verpflichtend werden. Danach erhalten Sie nur noch eine Ausfertigung der AU für Ihre Unterlagen und der Arbeitgeber ruft die entsprechenden Zeiten bei uns ab. 

Wenn alles läuft wie vorgesehen, profitieren alle Beteiligten von weniger Bürokratie und auch der Nachhaltigkeitsaspekt ist nicht zu unterschätzen. Jährlich werden hierzulande etwa 77 Millionen Arbeitsunfähigkeiten festgestellt und die Bescheinigungen in vierfacher Ausführung ausgestellt - für Ärzte, Versicherte, Krankenkassen und Arbeitgeber. Durch den Wegfall ergeben sich viele Vorteile: 

•    Als Versicherte müssen Sie sich nicht mehr darum kümmern, Ihre AU an Krankenkasse und Arbeitgeber weiterzuleiten.
•    Die elektronische AU erreicht Arbeitgeber und Krankenkasse sicherer und schneller.
•    Die eAU reduziert die Erstellungs- und Übermittlungskosten.

Mehr erfahren