2022: Was bleibt, was ist neu?

Das Wichtigste im Überblick

Beitragssatz bleibt konstant

Verwaltungsrat stellt Haushaltsplan fest

Für unsere Mitglieder fängt das neue Jahr 2022 gut an: Der Beitragssatz bleibt unverändert bei 15,9 Prozent. Dieser setzt sich zusammen aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, der bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich ist, und dem individuellen Zusatzbeitrag von 1,3 Prozent. 

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Das sollten Sie wissen:

Bei Erkrankung ihres Kindes haben berufstätige Eltern einen zeitlich befristeten Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn sie die hierfür erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Die coronabedingt für das Jahr 2021 verlängerte Anspruchsdauer wird nun auch in 2022 weiter Bestand haben.

Zum Hintergrund: Grundsätzlich besteht der Anspruch auf Kinderkrankengeld pro Kind und Versicherten für maximal zehn Arbeitstage, insgesamt für höchstens 25 Arbeitstage im Kalenderjahr. Alleinerziehende erhalten Kinderkrankengeld für maximal 20 Arbeitstage pro Kind, insgesamt für höchstens 50 Arbeitstage im Kalenderjahr.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese gesetzlich festgelegte Anspruchsdauer im vergangenen Jahr – zeitlich befristet – ausgeweitet. Sie beträgt nun – bis Ende 2022 – je Elternteil für jedes Kind bis zu 30 Arbeitstage und für Alleinerziehende bis zu 60 Arbeitstage. Bei mehreren Kindern ist der Anspruch je Elternteil auf 65 Arbeitstage und für Alleinerziehende auf 130 Arbeitstage begrenzt. Bei der Betreuung von Kindern mit begrenzter Lebenserwartung gilt der Anspruch ohne zeitliche Befristung.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?
Das Kinderkrankengeld beträgt 90 % des durch die unbezahlte Freistellung ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Das Höchst-Kinderkrankengeld liegt 2022 bei täglich 112,88 Euro (abzüglich der Versichertenanteile zu den Sozialversicherungsbeiträgen).

Seit Anfang 2022 erhalten viele Pflegebedürftige bessere Leistungen von ihrer Pflegeversicherung. Nachfolgend ein Überblick. 

Stationäre Pflege: Um Pflegebedürftige vor Überforderung durch steigende Pflegekosten zu schützen, zahlt die Pflegeversicherung bei der Versorgung im Pflegeheim seit Jahresbeginn einen Zuschuss zum eigentlichen Leistungsbetrag. Dieser Zuschuss steigt mit der Dauer der Pflege. 

Im ersten Jahr trägt die Pflegekasse 5 % des pflegebedingten Eigenanteils, im zweiten Jahr 25 %, im dritten Jahr 45 % und danach 70 %. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf den neuen Zuschuss. Zudem wird der Zuschuss nur für die pflegebedingten Kosten (also den Pflegesatz des Heimes) gezahlt, nicht jedoch für Aufwendungen für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. 

Ambulante Pflege: Hilft ein ambulanter Pflegedienst, erhöht sich der Zuschuss für die sogenannten Pflegesachleistungen (z. B. Hilfe bei Körperpflege, Ernährung und Bewegung) um 5 %. Seit Anfang 2022 gelten somit folgende Beträge (Vorjahreswerte in Klammern):
•    Pflegegrad 2: 724 Euro (689 Euro)
•    Pflegegrad 3: 1.363 Euro (1.298 Euro)
•    Pflegegrad 4: 1.693 Euro (1.612 Euro)
•    Pflegegrad 5: 2.095 Euro (1.995 Euro)

Kurzzeitpflege: Der Leistungsbetrag für die Kurzzeitpflege wurde zum 01.01.2022 um 10 % auf 1.774 Euro angehoben (bis Ende 2021: 1.612 Euro). Ein separater Antrag ist hierfür nicht erforderlich.

Übergangspflege im Krankenhaus: Diese neue Leistung kann in Anspruch genommen werden, soweit im unmittelbaren Anschluss an eine Krankenhausbehandlung erforderliche Leistungen der Pflege (z. B. Leistungen der häuslichen Krankenpflege oder der Kurzzeitpflege) nicht oder nur unter erheblichem Aufwand erbracht werden können. Der Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus besteht für längstens zehn Tage je Krankenhausbehandlung. Die Übergangspflege muss in dem Krankenhaus stattfinden, in dem auch die Krankenhausbehandlung erfolgt ist. 

 

Die Krankschreibung für gesetzlich Versicherte wird digital. So übermitteln alle Arztpraxen seit Anfang Oktober 2021 die Bescheinigungen über eine Arbeitsunfähigkeit elektronisch an die Krankenkassen (Elektronische AU-Bescheinigung – eAU). 

Grundsätzlich ist es nun nicht mehr erforderlich, das Versicherte eine AU-Bescheinigung an die Krankenkasse schicken. Zur Sicherheit sollte jedoch in der Arztpraxis nachgefragt werden, ob diese bereits über die notwendigen technischen Voraussetzungen verfügt.

Wichtig: Wer länger als drei Tage arbeitsunfähig ist, muss nach wie vor eine AU-Bescheinigung beim Arbeitgeber vorlegen. Aus diesem Grund stellen die Arztpraxen auch in den nächsten Monaten – zusätzlich zur digitalen Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkassen – eine Papierbescheinigung aus. 

Ab dem 01.07.2022 können Arbeitgeber die AU-Daten elektronisch abrufen. Eine AU-Bescheinigung muss ihnen dann nicht mehr vorgelegt werden. Es besteht jedoch weiterhin eine „Informationsverpflichtung“ für gesetzlich Krankenversicherte. Das heißt: Beschäftigte müssen ihren Arbeitgeber auch nach dem 01.07.2022 über ihre Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer informieren. Ist der Arbeitnehmer nicht gesetzlich versichert oder findet die ärztliche Untersuchung nicht bei einem Vertragsarzt statt, besteht auch die Verpflichtung zur Vorlage einer AU-Bescheinigung beim Arbeitgeber fort.

Die Sonderregelung zur telefonischen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist bis zum 31.03.2022 verlängert worden. Damit kann für Patienten bei Erkrankungen der oberen Atemwege mit leichter Symptomatik nach telefonischer Anamnese eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für bis zu sieben Kalendertage ausgestellt werden. Zudem ist eine Verlängerung für weitere sieben Kalendertage nach telefonischer Anamnese einmalig möglich. Die Regelung gilt für beim Arzt bekannte und unbekannte Patienten.

Zum 01.01.2022 sollten gesetzlich Versicherte in der Arztpraxis nur noch elektronische Rezepte für verschreibungspflichtige Arzneimittel erhalten. In der vorhergehenden Testphase kam es jedoch mehrfach dazu, dass E-Rezepte nicht erfolgreich eingelöst bzw. nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden konnten. Die flächendeckende Umstellung auf das E-Rezept wurde daher auf unbestimmte Zeit verschoben.

Diese Vorteile soll das E-Rezept bringen
Um Rezepte elektronisch empfangen und einlösen zu können, benötigen gesetzlich Versicherte eine spezielle App. Diese steht bereits zum Download zur Verfügung – und wurde bereits mehrere Zehntausende Male heruntergeladen.

In der App sind alle digitalen Rezepte hinterlegt. Zudem enthält sie eine Übersicht aller Apotheken – mit Öffnungszeiten und Lieferoptionen wie Botendiensten. Nach der Wahl der Apotheke bestellen Versicherte ihr Medikament verbindlich. Die Apotheke informiert, wann die Arzneimittel abgeholt werden oder geliefert werden können.

Auch Rezepte für Angehörige sollen künftig digital eingelöst werden können. Um diese „Familienfunktion“ nutzen zu können, melden Versicherte sich zunächst selbst und dann die andere Person mit der elektronischen Gesundheitskarte und PIN an. So können sie ihre eigenen und die Rezepte der Familienangehörigen verwalten und einlösen.

Ein weiterer Vorteil des E-Rezeptes: Arztpraxen können Folgerezepte direkt in die App übermitteln, ohne dass Versicherte vorbeikommen müssen. Einzige Bedingung: Sie waren im selben Quartal bereits in der Praxis und haben ihre Gesundheitskarte vorgelegt.

Neuer Starttermin noch offen
Ein neuer Termin zur verpflichtenden Einführung des E-Rezepts in Arztpraxen, Apotheken und Kliniken steht noch nicht fest. Das erste Quartal 2022 soll zunächst als „Übergangszeitraum“ dienen, um u. a. die technische Infrastruktur flächendeckend aufzubauen. Sobald bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sind, soll das E-Rezept dann flächendeckend umgesetzt werden.