Beiträge und Rechengrößen

Wichtige Informationen für Ihre tägliche Arbeit

Wenn Sie die Versicherungspflicht Ihrer Mitarbeiter für das nächste Jahr beurteilen wollen, können Sie das nur mit den aktuellen Daten. Diese stehen nun auch endgültig fest.

Im Jahr 2020 rechnen Sie nach der „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2020 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020)“ mit folgenden Werten:

    West West Ost Ost
    Monat Jahr Monat Jahr
Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Renten-versicherung und Arbeitslosenversicherung 6.900 82.800 6.450 77.400
  knappschaftliche Rentenversicherung 8.450 101.400 7.900 94.800
  Kranken- und Pflegeversicherung 4.687,50 56.250 4.687,50 56.250
Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung 5.212,50 62.550 5.212,50 62.550
Bezugsgröße in der Sozialversicherung   3.185 38.220 3.010 36.120

Wenn Sie Arbeitnehmer beschäftigen, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder privat versichert sind, zahlen Sie diesen Mitarbeitern einen Zuschuss zu den Beiträgen ihrer Versicherung. Die Höhe Ihrer Zuschüsse ist allerdings nach oben hin begrenzt. Das sind die Werte, die Sie 2020 beachten müssen:

  • allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze KV/PV: 62.550,00 EUR
  • monatliche Beitragsbemessungsgrenze KV/PV:  4.687,50 EUR


Soweit Ihre Arbeitnehmer nicht der gesetzlichen Krankenversicherung unterliegen, haben sie Anspruch auf Zahlung eines Arbeitgeberzuschusses zu den Versiche-rungsbeiträgen. Dieser Zuschuss fällt grundsätzlich in Höhe des hälftigen Beitrags an, ist aber auf monatliche Höchstzuschüsse beschränkt:

Krankenversicherung

  • mit Anspruch auf Krankengeld:    360,94 EUR (Beitragssatz 7,3 % + 0,4 % Zusatzbeitrag)
  • ohne Anspruch auf Krankengeld:   346,87 EUR (Beitragssatz 7,0 % + 0,4 % Zusatzbeitrag)


Pflegeversicherung

  • Bundesrepublik (außer Sachsen)1):    71,48 EUR
  • Sachsen 1):                                      48,05 EUR

Beispiel:

Arbeitnehmer N ist privat versichert. Sein monatliches Gehalt beträgt 5.430 EUR. Es liegt damit knapp 750,00 EUR über der KV-/PV-Beitragsbemessungsgrenze. Der Arbeitgeberanteil in der KV beträgt 7,3 % + 0,4 % Zusatzbeitrag, der Arbeitgeberanteil in der PV 1,525 % (bzw. 1,025 % in Sachsen).1) Angenommen, N’s Beitrag zur privaten Krankenversicherung beträgt 420,00 EUR, zur privaten Pflegeversicherung 52,50 EUR. Dann brauchen Sie ihm jetzt nicht den Höchstzuschuss zu zahlen, sondern nur die Hälfte der tatsachlichen Beiträge (= KV 210,00 EUR, PV 26,25 EUR). Würde N dagegen 800,00 EUR in die private Krankenversicherung zahlen, wäre Ihr Beitragszuschuss auf den Höchstbetrag beschränkt. Sie müssten also nur 367,97 EUR zahlen, keine 400,00 EUR. Gleiches gilt für die private Pflegeversicherung: maximaler Beitragszuschuss 71,48 EUR bzw. 48,05 EUR in Sachsen.1)

1) Während die anderen Bundesländer den Buß- und Bettag zur Finanzierung der Pflegeversicherung als gesetzlichen Feiertag abgeschafft haben, hat Sachsen ihn beibehalten und stattdessen einen geringeren PV-Arbeitgeberzuschuss verankert.

Im neuen Jahr wird nicht alles teurer. Die Künstlersozialabgabe-Verordnung sieht für Ihren Beitrag ab 2018 "nur noch" einen Satz von 5,2 Prozent vor. „Künstlersozialabgabe?“, fragen Sie nun, „was hab‘ ich damit zu tun?“

Nun, auch wenn Ihr Unternehmen nicht zur Unterhaltungsbranche gehört und Sie eigentlich keine „Künstler“ in Ihrem Betrieb beschäftigen: Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) nimmt grundsätzlich alle Unternehmer in die Pflicht, die Künstler/Publizisten mit künstlerischen/publizistischen Tätigkeiten beauftragen.

„Künstler“ ist nach der KSVG-Definition, „wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt.“ Publizist ist, „wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.“ Jetzt können Sie sich vorstellen, dass Sie als Auftraggeber eines Kabarettisten, der Ihre Weihnachtsfeier auflockert, oder eines Texters, der Ihren neuen Werbeflyer erstellt, doch Künstler/Publizisten engagieren. Natürlich müssen diese Personen a) selbstständig sein, b) ihre Tätigkeit erwerbsmäßig ausüben und dürfen c) nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigen.



Wenn Sie mehr zum Thema Künstlersozialabgabe wissen wollen:

www.kuenstlersozialkasse.de oder

Tel.: 0 44 21 – 97 34 05 15 00.

Für die betriebliche Altersversorgung gibt es unterschiedliche Modelle. Sie können laufende Betriebsrenten oder Einmalbeträge zahlen. Wichtig ist, dass das Geld bei Ihren Betriebsrentnern ankommt – wenn auch nicht brutto für netto.

Die Krankenversicherung der Rentner sieht für die gesetzliche Altersrente vor, dass die Beiträge direkt von der Deutschen Rentenversicherung einbehalten werden. Beiträge fallen aber nicht allein auf die Staatsrente an, sondern auch auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung.

Laufende Zahlungen werden mit dem üblichen Beitragssatz berücksichtigt, zurzeit 15,4 %. Es wird vorausgesetzt, dass der Versorgungsbezug monatlich mehr als 159,25 Euro beträgt. Bei Kapitalzahlungen ist die Sache komplizierter. Sie werden auf einen Zehn-Jahres-Zeitraum umgelegt, also durch 120 geteilt. Ist das 120stel nicht höher als 159,25 Euro, bleibt auch die Einmalzahlung beitragsfrei.

Der Krankenversicherer darf bei Kapitalzahlungen nicht ohne Weiteres annehmen, dass sie betriebliche Versorgungsleistungen sind. Sie müssen tatsächlich auf einem Vertrag zur betrieblichen Altersversorgung beruhen. Nimmt der Versicherer das einfach nur an, ohne vorher den Sachverhalt geklärt zu haben, kann das Sozialgericht seinen Beitragsbescheid allein deswegen aufheben. Der Krankenversicherer verstößt dann nämlich gegen den Amtsermittlungsgrundsatz und darf seinen Bescheid nicht auf ungeprüfte Annahmen stützen (SG Dortmund, 22.01.2014 – S 39 KR 1585/13).

Jahrelang schürten die Anbieter von Produkten für die betriebliche Altersversorgung die Sorge vor drohendem Schadenersatz – und nun das: Die Bundesarbeitsrichter halten Sie ganz amtlich nicht für verpflichtet, Ihre Mitarbeiter auf die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersversorgung hinzuweisen.

Aber der Reihe nach: Arbeitnehmer haben nach dem Betriebsrentengesetz seit vielen Jahren ein Recht darauf, dass von ihren „künftigen Entgeltansprüchen bis zu vier vom Hundert der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung durch Entgeltumwandlung“ für ihre „betriebliche Altersversorgung verwendet werden.“

Dieser Anspruch wurde von vielen Versicherern in der Weise ausgelegt, dass Sie Ihre Mitarbeiter darüber informieren müssen. Für den Fall, dass Sie das nicht tun, wurde ein Schreckensszenario skizziert: Ihre Mitarbeiter hätten im Alter eine große Versorgungslücke und Sie zahlen und zahlen und zahlen (wenn Sie nicht aktiv werden und das günstige Angebot des Versicherers nutzen).

Ab sofort gilt Entwarnung, wenn Sie Ihre Mitarbeiter nicht auf die Möglichkeit der Entgeltumwandlung hingewiesen haben. Das Betriebsrentengesetz kennt diese Hinweispflicht nicht und Sie sind auch im Rahmen Ihrer Fürsorgepflicht nicht gehalten, Ihren Arbeitnehmern einen Hinweis auf die Entgeltumwandlung zu geben. Und wenn es keine Pflicht gibt, gibt es keine Pflichtverletzung, und ohne Pflichtverletzung gibt es keinen Anspruch auf Schadenersatz wegen Versorgungslücken. So einfach ist das (BAG, 21.01.2014 – 3 AZR 807/11).

Ihre Mitarbeiter freuen sich, wenn Sie ihnen einen Firmen-Pkw zur Verfügung stellen. Noch größer wird der Spaß, wenn sie dieses Fahrzeug auch privat nutzen dürfen. Aber Vorsicht: Die Kfz-Überlassung ist ein geldwerter Vorteil, für den grundsätzlich Steuern und Beiträge anfallen.

Bei der Ermittlung geldwerter Vorteile gehen Sie sozialversicherungsrechtlich von den Bewertungsgrundsätzen des Steuerrechts aus. Sie ermitteln entweder die tatsächlichen Kosten nach der „Fahrtenbuchmethode“ oder wenden die „Pauschalwertmethode“ an, die sogenannte „Ein-Prozent-Regelung“. Letztere hat den geringeren Verwaltungsaufwand: Sie nehmen als Entgelt einfach „für jeden Kalendermonat ein Prozent des inländischen Listenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer“.

Der geldwerte Vorteil „Kfz-Überlassung“ ist ein Sachbezug, den Sie dem Arbeitsentgelt Ihres Mitarbeiters hinzurechnen. Bekommt Ihr Arbeitnehmer beispielsweise ein Brutto-Entgelt von 3.000 Euro und haben Sie ihm einen nach der Ein-Prozent-Regelung mit 490 Euro zu bewertenden Firmen-Pkw zur Privatnutzung überlassen, bezieht er von Ihnen ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt von 3.490 Euro. Davon berechnen Sie die Sozialversicherungsbeiträge. Nun ist es häufig so, dass Arbeitnehmer mit Firmenfahrzeug ein Arbeitsentgelt jenseits der Beitragsbemessungsgrenzen haben. Wer im laufenden Kalenderjahr ohnehin schon mehr als 4.050 Euro brutto verdient, hat den Sachbezug Pkw in der Krankenversicherung beitragsfrei.

Der Gesetzgeber regelt vieles, was für den Arbeitgeber mit Kosten verbunden ist: Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutzentgelt, Entgeltfortzahlung bei Beschäftigungsverboten uvm. Er sorgt aber auch für Ausgleich.

Um die finanziellen Folgen der Entgeltfortzahlung zu milden, gibt es das Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG). Die Mittel für die Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen sind umlagefinanziert: die Entgeltfortzahlung bei Krankheit über die U1- und die bei Schwangerschaft über die U2-Umlage.

Während am U2-Verfahren alle Arbeitgeber unabhängig von ihrer Betriebsgröße teilnehmen, sind am U1-Verfahren nur die Arbeitgeber beteiligt, die nicht mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigen.

Die aktuellen Umlagesätze ab dem 01.01.2020:

U1

1,8 % bei 60 % Erstattung

1,5 % bei 50 % Erstattung

3,4 % bei 80 % Erstattung

 
U2

0,40 % bei 100 % Erstattung

Kommt bei Arbeitnehmern im Laufe eines Monats eine weitere Beschäftigung hinzu oder fällt eine Beschäftigung weg, können Sie ab sofort eine neue vereinfachte Berechnungsregelung nutzen.

Bei einmalig gezahltem Arbeitsentgelt ist für die Beitragsberechnung eine Vergleichsberechnung vorzunehmen. Dazu wird die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) dem bisher gezahlten beitragspflichtigen Entgelt gegenübergestellt. Bei Mehrfachbeschäftigung ist auch das Entgelt bei anderen Arbeitgebern zu berücksichtigen.

Hinzutritt oder Wegfall innerhalb eines Monats

Die neue Regelung können Sie immer dann anwenden, wenn im Laufe eines Monats eine weitere Beschäftigung zu einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis hinzukommt. Wird in dem hinzugekommenen Beschäftigungsverhältnis einmalig gezahltes Arbeitsentgelt gewährt, ist bei der Vergleichsberechnung der Monat des Hinzutritts als voller Kalendermonat für die Beitragsberechnung anzusetzen. Für die Feststellung des bislang beitragspflichtigen Arbeitsentgelts berücksichtigen Sie die Zuwendungen aus dem bestehenden Beschäftigungsverhältnis im Monat des Hinzutritts in vollem Umfang (maximal bis zur BBG). Die Tage vor Hinzutritt der weiteren Beschäftigung werden dabei einbezogen. So wird eine Aufteilung innerhalb des Monats vermieden. Die Regelung gilt entsprechend bei Beschäftigungsende innerhalb eines Monats, falls nach Beschäftigungsende noch eine Einmalzahlung gewährt wird.

Beispiel

Ein Arbeitnehmer ist seit Jahren bei Arbeitgeber A beschäftigt. Seit dem 15. März 2013 übt er bei Ihnen eine weitere Beschäftigung zu einem laufenden Entgelt von 1.200 EUR aus. Für den Teilmonat März 2013 zahlen Sie ihm 600 EUR. Im Juni 2013 gewähren Sie eine Einmalzahlung. Die Ermittlung der anteiligen BBG erfolgt für den Zeitraum vom 1. März bis 30. Juni 2013. Für das anrechenbare beitragspflichtige Entgelt setzen Sie bei Ihnen neben dem laufenden Entgelt für April bis Juni das beitragspflichtige Entgelt für März in Höhe von 600 EUR an. Hinzu kommt das beitragspflichtige Entgelt aus der Beschäftigung bei Arbeitgeber A. Hier müssen Sie das Entgelt im März nicht aufteilen, sondern berücksichtigen den beitragspflichtigen Monatsbetrag.

  Gesamt Arbeitnehmer-Anteil Arbeitgeber-Anteil
Krankenversicherung 15,4% 7,3% + 0,4% Zusatzbeitrag 7,3% + 0,4% Zusatzbeitrag
Zusatzbeitrag 0,8% 0,4% 0,4%
Pflegeversicherung 3,05% 1,525% (zzgl. 0,25% für Kinderlose ab dem 23. Lj.) 1,525%
Rentenversicherung 18,6 % 9,30% 9,30%
Arbeitsförderung 2,4% 1,2% 1,2%
Insolvenzgeldumlage 0,06% - 0,06%

Hier finden Sie die Rechengrößen für die Kalenderjahre 2017 bis 2020.