"Alles geht, aber eben nur anders"

Maria Coors lebt seit mehr als 30 Jahren mit MS

Sie gilt als die „Krankheit mit den vielen Gesichtern“: Multiple Sklerose (MS). Unsere Versicherte Maria Coors aus Delmenhorst war bereit, uns sehr persönlich aus ihrem Leben mit MS zu berichten. Auch ihre Erfahrungen mit unserer Daimler BKK spielen dabei eine wichtige Rolle: „Die Daimler BKK hat mich auf dem gesamten Weg bis heute immer gut begleitet. Es ist ein gutes Gefühl, hier versichert zu sein.“ 

Jüngstes Beispiel für die reibungslose Betreuung ist die Kostenübernahme für ihr neues Elektromobil, das ihr dabei hilft, im Alltag unabhängig und mobil zu bleiben. Denn ihre Bewegungsfreiheit wird durch die Krankheit enorm eingeschränkt.

1985 wurde bei der heute 58-jährigen die Diagnose MS gestellt. Bis dahin waren schon einige Jahre verstrichen, ohne dass ihr ein Arzt definitiv sagen konnte, welchen Grund es für ihre Beschwerden gab. Diese Zeit empfand sie als „Spießrutenlaufen“. Die Symptome waren vor allem ständiges Kribbeln und Stechen in den Händen, sie dauern bis heute an. Irgendwann war Maria Coors dann zu Hause zusammengebrochen und kam ins Krankenhaus. Mit der Diagnose „Multiple Sklerose“ hatte sie schließlich Gewissheit.

Die Daimler BKK hat mich auf dem gesamten Weg bis heute immer gut begleitet. Es ist ein gutes Gefühl, hier versichert zu sein.

Maria Coors

Für sie selbst kam das nicht ganz überraschend, denn sie hatte viel über ihre Symptome gelesen und was dahinterstecken könnte. MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der die Nerven Impulse nicht richtig weiterleiten. Übersetzen lässt sich MS etwa mit „vielfältige Vernarbungen“; diese Vernarbungen bleiben überall dort zurück, wo es zur Entmarkung von Nervenbahnen gekommen ist. Die betroffenen Nerventeile sterben schließlich ab. In Deutschland leiden etwa 200.000 Menschen an MS. Trotz intensiver Forschungen ist die genaue Ursache der Krankheit nicht bekannt.

Die ersten Anzeichen einer MS sind ganz unterschiedlich: Prickeln und Taubheitsgefühl in Armen, Beinen, im Rumpf und Gesicht. Beine oder Hände werden schwächer, manche Patienten sehen Doppelbilder oder klagen über verschwommenes Sehen, manche erblinden teilweise. Es ist diese Bandbreite von Symptomen, die die Diagnosestellung so schwierig macht.

Als die Diagnose feststand, konnte bei Maria Coors die Therapie beginnen. Ihr Arzt verordnete eine Behandlung mit Interferon-Spritzen, heutzutage üblich in diesem Stadium der Erkrankung. Maria Coors lernte, sich die Spritzen selbst zu setzen – zunächst jeden zweiten Tag unter die Haut, später mit einem anderen Mittel einmal die Woche in den Muskel. Die Spritzen wirkten über eine lange Zeit und sorgten für Linderung, wenn akute Krankheitsschübe auftraten. Die teilweise heftigen Nebenwirkungen nahm Maria Coors in Kauf. Seit die MS jedoch chronisch ist, spritzt sie nicht mehr – die Injektionen sind wirkungslos geworden.

Man ist nicht immer gleich gut drauf. Jeder Verlauf ist anders.

Maria Coors

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es sonst noch? Maria Coors sieht wenig, was für sie in Frage kommt. In den Anfangsjahren der Erkrankung hat sie einiges ausprobiert: Sie hat sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, zwei Jahre lang Physiotherapie gemacht, zu Hause arbeitet sie mit Therabändern und Gymnastikball, um ihre Beweglichkeit zu trainieren. Je länger sie mit der MS lebt, desto besser kann sie einschätzen, was ihr guttut und was nicht. Feste Physiotherapietermine beispielsweise können auch zu einer Belastung werden, denn jeder Tag verläuft anders: „Man ist nicht immer gleich gut drauf.“ Also hat Maria Coors sich irgendwann davon verabschiedet. Überhaupt müsse jeder MS-Patient für sich herausfinden, was ihm hilft: „Jeder Verlauf ist anders.“ 

Medizinische Hilfsmittel begleiten sie im Alltag. Schon lange nutzt sie einen (mechanischen) Rollstuhl, weil ihr das Laufen schwerfällt und beim Einkaufen ist der Rollator immer dabei. Mit ihrem 12 Kilometer schnellen, ärztlich verordneten Scooter (Elektromobil) kann sie auch größere Strecken allein zurücklegen, ein kleiner Gewinn an Lebensqualität.

Multiple Sklerose bedeutet für Maria Coors ein Leben mit vielen Einschränkungen: Sie ist nicht berufstätig, das Autofahren hat sie aufgegeben, Hobbys wie Kegeln und Bowling sind nicht mehr möglich und auch Akkordeon- und Keyboardspielen kommen aufgrund der gestörten Feinmotorik nicht mehr in Frage. Vom Radfahren allerdings hat sie sich – zumindest gedanklich – noch nicht völlig verabschiedet: „Das werde ich wieder versuchen.“ Aus ihren Worten sprechen Sturheit, Trotz und eiserner Wille gleichermaßen. Diese Haltung stößt in ihrem Umfeld aus der Sorge um eventuelle Folgen manchmal auf Unverständnis. Doch Maria Coors will selbstständig bleiben, sie will Dinge zumindest versuchen, auch wenn sie manchmal schiefgehen. „Alles geht, aber eben nur anders“ – das Motto des diesjährigen Welt MS Tages am 31. Mai dürfte Maria Coors gefallen.