Organspende

Ihre Entscheidung kann Leben retten

Krankenkassen haben Aufklärungspflicht

Im Mittelpunkt des Transplantationsgesetzes steht die so genannte "Entscheidungslösung": Ab einem Alter von 16 Jahren soll jeder Bürger regelmäßig in die Lage versetzt werden, sich mit der Frage der eigenen Bereitschaft zur Organspende zu befassen und diese gegebenenfalls zu dokumentieren.

Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihre Versicherten entsprechend zu informieren.

In Deutschland stehen rund 10.500 Patienten auf der Warteliste für eine manchmal lebensrettende Organspende. Jeder kann durch einen Unfall oder eine Krankheit auf eine solche Organ- oder Gewebespende angewiesen sein. Mit dem Transplantationsgesetz soll die Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende erhöht werden. Der Schlüssel, um dies zu erreichen, ist ein ausgefüllter Organspendeausweis.

Organspendeausweis: Wohin mit dem Kreuz?

Auf dem Organspendeausweis können Sie:

  • Ihre Bereitschaft zur Organspende mit "Ja" erklären
  • einer Organentnahme mit "Nein" widersprechen
  • angeben, welche Organe Sie spenden möchten
  • festhalten, welche Organe Sie ausdrücklich nicht spenden wollen
  • die Entscheidung auf eine andere Person übertragen, die nach Ihrem Tod entscheidet.

Immer dann, wenn kein Organspendeausweis vorliegt, müssen die Angehörigen gegebenenfalls diese schwierige Entscheidung treffen. Dies geschieht meist in einer Situation, die ohnehin schon viel Kraft kostet. Eine ausgefüllte Erklärung zur Organspende sorgt zu Lebzeiten für klare Verhältnisse.

Ein einzelner Organspender kann mehreren schwerkranken Menschen helfen. Zurzeit können Niere, Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm nach dem Tod gespendet werden. Für eine Organspende gibt es keine Altersgrenze nach oben, entscheidend ist der Zustand der gespendeten Organe.

Ganz wichtig:

Die Bereitschaft zur Organspende ist eine freiwillige Entscheidung jedes einzelnen Menschen. Es liegt allein bei Ihnen, ob Sie einen Organspendeausweis ausfüllen und damit vielleicht zum Lebensretter werden. Ihre Entscheidung zählt.

Organspendeausweis

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zum Organspendeausweis

Bei unserer BKK. Außerdem können Sie unter www.organspende-info.de Ausweise herunterladen.

Ja, laut Transplantationsgesetz können Minderjährige ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende ab dem 16. Lebensjahr und ihren Widerspruch ab dem 14. Lebensjahr erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig.

Nein, eine Untersuchung ist nicht notwendig und wäre zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, da sich der gesundheitliche Zustand eines Menschen fortwährend ändern kann.

 

Das ist sinnvoll, am besten beim Personalausweis. Wer das nicht möchte, sollte auf jeden Fall eine Person seines Vertrauens über seine Entscheidung informieren und sagen, wo der Organspendeausweis zu finden ist.

Die geänderte Entscheidung kann in einem neuen Spenderausweis dokumentiert, der alte Ausweis vernichtet werden.

Ist das Einverständnis des Verstorbenen dokumentiert, so ist eine Organentnahme rechtlich zulässig. Der Wille des Verstorbenen hat Vorrang. Bei vorliegendem Organspendeausweis werden die Angehörigen also nicht um eine Entscheidung zur Organspende gebeten, sie müssen jedoch darüber informiert werden.

Eine Zustimmung der Angehörigen ist in diesem Fall rein rechtlich nicht notwendig, da der Wille des Verstorbenen bekannt ist. Selbstverständlich wird, wie übrigens auch in Ländern mit Widerspruchslösung, mit den Angehörigen ein ausführliches Gespräch geführt und die Situation erklärt und besprochen.
Im Organspendeausweis kann die Entscheidung auch auf eine andere Person übertragen werden.

Im Organspendeausweis kann jeder seine Entscheidung zur Organspende schriftlich dokumentieren. Der Ausweis lässt verschiedene Möglichkeiten zu: Man kann der Organspende zustimmen, einzelne Organe oder Gewebe ausschließen, nur einzelne Organe und Gewebe spenden oder eine Organ- und Gewebespende insgesamt ablehnen. Es ist auch möglich, die Entscheidung auf eine Person des Vertrauens zu übertragen. Der Ausweis wird nicht registriert. Deshalb trägt man ihn am besten immer mit sich. Durch das Scheckkartenformat passt er in jede Brieftasche. Liegt im Falle eines Hirntodes kein Ausweis vor, werden die Angehörigen gebeten, nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen zu entscheiden.

Das gebührenfreie Infotelefon Organspende erreichen Sie unter der Rufnummer 0800/90 40 400 montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr. Es handelt sich um ein gemeinsames Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation.

Unter 0800-2484848 erreichen Sie mittwochs von 16.00 - 18.00 Uhr das Nierentelefon des Verbandes Deutscher Nierenzentren und des Bundesverbandes Niere e. V. Das Beratungsangebot richtet sich an chronisch nierenkranke Patienten und ihre Angehörigen, Freunde etc.  Auch Fragen rund um die Organspende/Nierentransplantation werden von den Experten des Nierentelefons beantwortet.